Schülerbeförderung von Morgen – VIA unterstützt jetzt Flugtaxis

Dieser Artikel war unser April-Scherz 2021. Wir lassen ihn aber unverändert, weil er dennoch Ideen für eine mögliche Zukunft bereit hält.
Der Einsatz von Flugtaxis scheint noch viele Jahre in der Zukunft zu liegen und heute keine Rolle zu spielen, wobei laut Ministerpräsident Kretschmer Sachsen zum Flugtaxi-Zentrum werden soll. Dennoch ist es für Stadt.Land.Netz wichtig schon heute die Weichen zu stellen. VIA wird damit zur ersten Routenplanungs-Software weltweit, mit der Beförderungen in Flugtaxis geplant werden können.

Was sind Flugtaxis und wo kommen sie zum Einsatz?

Flugtaxis sind Beförderungsmittel, die nicht oder nicht ausschließlich straßengebunden operieren. Bei den meisten Studien und Modellen handelt es sich um senkrecht startende Vehikel, die in der Luft in eine horizontale Flugbewegung übergehen können, ähnlich der Bewegung von Drohnen. Einige Hersteller planen außerdem die Möglichkeit, dass sich die Fahrzeuge, auch wie normale Autos, im Straßenverkehr bewegen können.
Flugtaxi Airbus
Das Flugtaxi von Airbus. © Imago Images/Sven Simon
Großer Vorteil von Flugtaxis ist, dass sie orts-unabhängig operieren können, also nicht auf Flughäfen angewiesen sind. Die Modelle mit Straßenzulassung können bspw. außerhalb einer Stadt starten und landen und anschließend zum Zielort fahren. Einige Anbieter planen den Bau von Taxi-Hubs, ähnlich von Taxi-Standorten in Städten. Hierbei operieren die Fluggeräte zwischen festen Punkten in einem Netz aus Taxi-Hubs. Andere Anbieter planen vor allem den Verkehr zwischen mehreren Städten zu vernetzen und haben nicht die lokale Beförderung innerhalb einer Stadt im Fokus. Ihr Einsatz-Zweck unterscheidet sich also je nach Anbieter zwischen lokalen, ÖPNV-ähnlichen und überregionalen Angeboten. Alle haben jedoch gemein, dass sie eine höhere Individualisierung des örtlichen Verkehrsbedürfnisses als bspw. starre ÖPNV-Systeme bieten.

Wo können Flugtaxis bei der Schülerbeförderung eingesetzt werden?

Jede Person, die in der Schülerbeförderung arbeitet, kennt den Ausdruck, dass man für bestimmte Fälle eher einen Hubschrauber schicken muss, um lange Beförderungsdistanzen noch mit einer kurzen Beförderungsdauer zu verbinden. Was meist also eher spaßig gemeint ist, wird nun Wirklichkeit. Besonders die Anbieter mit Straßenzulassung sind hier besonders interessant, weil sie lokal Schüler:innen direkt von Zuhause abholen können, später aber große Strecken schnell in der Luft überbrücken können. Die Beförderungszeit sinkt also drastisch. Höhere Betriebskosten der Fahrzeuge können also mit geringeren Personal-Kosten aufgerechnet werden. Insgesamt steigt die durchschnittliche Auslastung, wodurch die Kosten sinken. Weil alle aktuell relevanten Anbieter auf einen E-Antrieb setzen, sind die Vehikel umweltfreundlich.

Welche Anforderungen gibt es an eine Routenplanungs-Software?

Die Beförderung in der Luft und auf der Straße sind sehr unterschiedlich zu berechnen. Hier haben wir bei Stadt.Land.Netz mit mehreren Partnern in den letzten Monaten viele Funktionen von VIA anpassen oder gänzlich umschreiben müssen. Während zur Berechnung von Beförderungszeiten sonst vor allem die konkret befahrenen Straßen ausschlaggebend sind, also deren Beschaffenheit, Zustand, Geschwindigkeitslimit, Anzahl von Ampeln und Kreuzungen etc., müssen bei senkrecht-startenden Drohnen die Flughöhe, das Gewicht der Insassen und der Akku-Ladestand beachtet werden. Gleichzeitig haben wir zusammen mit Karten-Anbietern daran gearbeitet, geeignete Lande- und Startplätze in ganz Deutschland zu berechnen. Im Schnitt finden sich alle 3,5 km geeignete öffentliche Stellen. Diese können zukünftig in den VIA-Kartenansichten eingeblendet werden und direkt auch als Haltestellen verwendet werden. Screenshot aus VIA: lila Punkte sind geeignete Start- und Landeplätze. Es ist außerdem eine Flugroute mit anschließender Stadt-Fahrt ausgewählt. Besonders aufwändig war die Implementierung von Kosten- und Preis-Berechnungen, weil die reine Beförderungsstrecke nicht mehr aussagekräftig ist. Besonders kostenintensiv sind Start und Landung, während der Flug verhältnismäßig kostengünstig erfolgen kann. Dabei kann aber meist nicht die direkte Routen zwischen zwei Punkten geflogen werden: das Fliegen über Militärgeländen, Schulen und Kitas, sowie über Friedhöfen (wegen der Totenruhe) ist i. d. R. untersagt. Zuletzt mussten wir unseren Routen-Optimierungs-Algorithmen „beibringen“, nicht nur die optimale Route zu fliegen, sondern auch optimal zu berechnen, welche Strecken auf der Straße und welche in der Luft zurück gelegt werden müssen.

Deutschland ist weltweiter Vorreiter bei der Entwicklung von Flugtaxis und jetzt auch im Gebiet der Software.

Deutschland ist gleich mit drei Anbietern von Flugtaxis (Airbus, Volocopter und Lillium) weltweit führend. Erste Systeme sollen in 2 Jahren in Regelbetrieb gehen, erste Tests laufen bereits. Gleichzeitig gibt es bislang keine Routenplanungs-Software, die die Anforderungen von Flugtaxis berücksichtigt. Das ändert sich nun mit der aktuellen Version von VIA. Neben diesen neuen Funktionen wird VIA jetzt zusätzlich in 10 Sprachen verfügbar sein, um auch Behörden und Verkehrsunternehmen außerhalb Deutschlands adressieren zu können. Wir erwarten hier zukünftig eine starke Nachfrage, weshalb die Investitionen der letzten Monate sich in den nächsten Jahren auszahlen werden.

Erste Pilot-Phase in Berlin geplant.

Mit einem Partner in Berlin planen wir aktuell die Pilotierung, bei dem bis zu 10 Flugtaxis im täglichen Einsatz für die Schülerbeförderung sein werden. Die maximale Besetzung der Vehikel wird auf 4 Passagiere beschränkt sein und vor allem Schüler:innen aus Brandenburg, die teilweise über 90 Minuten für den einzelnen Schulweg benötigen, befördern.

April, April

Auch wenn die Idee auf breites Interesse gestoßen ist – VIA wird auf absehbare Zeit keine Flugtaxi-Unterstützung bieten. Das war unser April-Scherz 2021, der zugegeben etwas zu „echt“ formuliert war. Flugtaxis stehen trotz hoher Medienwirksamkeit noch immer in den Kinderschuhen und werden in Deutschland nicht vor dem Jahr 2027 in Betrieb gehen. Und dann auch zunächst nur als Luxus-Variante die der Fahrt in der Limousine mit Chauffeur gleichkommt. Bis Flugtaxis für eine breite Masse oder gar die Schülerbeförderung zum Einsatz kommen (können), vergehen wahrscheinlich noch mindestens 10 bis 15 Jahre. Ob das in Deutschland jemals geschehen wird, ist auch nochmal eine Frage für sich. Aber dann, das versprechen wir, wird VIA diese ebenso planen können, wie im Artikel angekündigt.

Bildnachweise: Titelbild: Tag24, imago images/Sven Simon/Sebastian Kahnert/dpa, Fotomontage Flugtaxi: Imago Images/Sven Simon
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Über den Autor

Lars Lehmann
Lars Lehmann

Lars Lehmann ist Mitgründer und Geschäftsführer bei Stadt.Land.Netz. Er hat zehn Jahre in verschiedenen Positionen regionaler Behörden gearbeitet und verantwortet die Bereiche Produkt und Entwicklung bei SLN.

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